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Unnoticed By People, Noticed By God

Lyrics   |   Bibelverse

Eines Abends lag ich in meinem Bett und überlegte, welche biblische Geschichte ich für meinen nächsten Song verwenden könnte. Für alle, die es nicht wissen: Ich habe mir angewöhnt, die Intros meiner Songs mit einer biblischen Erzählung zu verbinden. Ich ging gedanklich verschiedene Geschichten aus den Evangelien durch, doch dann tauchte plötzlich ein Satz in meinem Kopf auf: Der reiche Mann und Lazarus. Ehrlich gesagt hat mich das überrascht, denn diese Geschichte hätte ich nicht unbedingt selbst ausgewählt.

 

Am nächsten Morgen nahm ich meine Bibel zur Hand. Ich suchte nichts Bestimmtes, sondern schlug sie einfach auf. Und genau da, auf der rechten Seite, stand sie: die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus. Ich starrte auf die Seite und sagte leise: „Okay, Herr … wenn das dein Wille ist, dann mache ich das. Aber du musst mir helfen. Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Geschichte erzählen soll.“

 

Also begann ich zu recherchieren. Ich wollte verstehen, wie obdachlose Menschen sich fühlen. Was geht in einem Menschen vor, wenn täglich hunderte Menschen an ihm vorbeigehen und ihn nicht beachten – so, als wäre er unsichtbar? Natürlich kann ich mir manches vorstellen, aber ich habe nie selbst auf der Straße gelebt. Und wenn ich eines sicher sagen kann, dann das: Es gibt Schmerzen, die kann man nur wirklich verstehen, wenn man sie selbst erlebt hat. Ich habe in anderen Bereichen meines Lebens tiefe seelische Schmerzen erfahren und weiß deshalb, dass es Gefühle gibt, die sich kaum erklären lassen – ein Schmerz, der so tief reicht, dass Worte manchmal nicht mehr ausreichen.

 

Was macht es also mit einem Menschen, wenn er mitten unter Millionen lebt und trotzdem sozial verschwindet?

 

In Studien und Interviews beschreiben viele obdachlose Menschen immer wieder ähnliche Erfahrungen. Sie erzählen davon, sich unsichtbar zu fühlen. Von Scham und dem Verlust ihrer Würde. Von ständigem Stress und Erschöpfung. Von Einsamkeit, Angst vor Gewalt oder vor der Nacht und einer tiefen Sehnsucht nach Normalität. Interessant fand ich, dass viele Menschen auf der Straße nicht dauerhaft nur an Geld denken. Häufig kreisen ihre Gedanken um Sicherheit, Schlaf, Hygiene, Wärme, Zugehörigkeit und darum, wie andere Menschen sie ansehen. Viele leben zusätzlich mit psychischen Belastungen und Krankheiten. Manche leben in ständiger Angst. Manche verlieren Hoffnung. Manche denken nur noch von Tag zu Tag. Andere träumen ständig davon, einen Weg zurück zu finden. Und manche entwickeln einen sehr tiefen spirituellen oder philosophischen Blick auf das Leben.

 

Gleichzeitig gibt es Berichte, dass kleine Gesten riesig sein können: angelächelt werden, mit Namen angesprochen werden, ein normales Gespräch oder ein ehrliches „Wie geht es dir?“. Nicht einfach Geld in einen Becher geworfen bekommen, sondern als Mensch gesehen werden.

 

Das hat mich an etwas erinnert. Ich musste über zwei Jahre lang zweimal pro Woche durch einen U-Bahn-Tunnel gehen, in dem sich häufig obdachlose Menschen aufgehalten oder dort geschlafen haben. Und ich erinnere mich daran, dass ich diesen Weg nicht mochte. Ich habe versucht, nicht hinzuschauen und war erleichtert, wenn niemand dort war. Nicht, weil ich diese Menschen verachtet hätte – im Gegenteil. Sie taten mir leid. Ich hatte Mitgefühl. Aber ich fühlte mich befangen in ihrer Gegenwart.

 

Manchmal dachte ich darüber nach, belegte Brötchen zu kaufen. Geld wollte ich nicht so gerne geben, weil ich Angst hatte, dass es vielleicht für Alkohol oder Drogen verwendet wird. Gleichzeitig erschien Geld einfacher – schnell etwas in den Becher werfen und weitergehen. Dann hätte ich wenigstens nicht komplett weggesehen. Es gab Zeiten, in denen ich tatsächlich hier und da etwas gegeben habe, aber in diesem Tunnel tatsächlich nie. Und jedes Mal machte ich mir Vorwürfe.

 

Ich bin ein eher schüchterner und introvertierter Mensch. Für mich sind solche Begegnungen nicht leicht. Es fällt mir viel leichter, online an eine christliche Hilfsorganisation zu spenden, als direkt auf einen obdachlosen Menschen zuzugehen. Das bedeutet nicht, dass ich das nie getan habe – aber ich tue es nicht oft.

 

Ich bin in meinem Leben selbst unzählige Male schuldig geworden im Wegsehen und Nichtbeachten. Doch beim Ausarbeiten und Recherchieren des Songs wurde ich erneut von einem tiefen Mitgefühl für die Armen und Ausgestoßenen der Gesellschaft ergriffen. Wir kennen die Geschichte eines Menschen nicht. Wir wissen nicht, was in seinem Leben passiert ist. Und das müssen wir das auch nicht.

 

Alles, was wir wissen müssen: Jesus nennt den armen Mann beim Namen. Er heißt Lazarus. Der reiche Mann dagegen bleibt namenlos – er ist einfach nur „der reiche Mann“. Ich finde das bemerkenswert. Der Mensch, den auf der Erde scheinbar niemand wirklich gesehen hat, ist der Einzige, dessen Name genannt wird. Darin steckt etwas sehr Tröstliches und gleichzeitig etwas sehr Ernstes: Vor Gott sind es nicht Status, Besitz oder das, was wir erreicht haben, die uns Identität geben. Gott kennt Menschen nicht als „den Erfolgreichen“, „die Beliebte“, „den Armen“ oder „den Gescheiterten“. Er kennt Menschen beim Namen. Und wenn das so ist, was bleibt dann eigentlich von uns übrig, wenn all das wegfällt, womit wir uns hier auf der Erde definieren?

 

Für manche mag der Eindruck entstehen, man käme in die Hölle, weil man reich ist und seinen guten Teil bereits auf Erden erhalten hat. Aber genau das glaube ich nicht. Interessant ist, dass Lazarus nach seinem Tod zu Abraham gebracht wird. Abraham war selbst reich und von Gott gesegnet. Gleichzeitig war er großzügig, gastfreundlich und fürsorglich – ganz anders als der reiche Mann im Gleichnis, der den Bedürftigen jeden Tag sah und trotzdem weiterging und wegsah.

 

Mit meinem Song „Unnoticed By People, Noticed By God“ möchte ich zum Nachdenken und Handeln anregen – ganz besonders auch mich selbst. Ich bin ein hochsensibler Mensch mit viel Mitgefühl. Mir ist das Leid anderer nicht egal. Aber ich lasse mich oft von Schüchternheit, Angst und Bequemlichkeit ausbremsen.

 

Mir kam gerade ein Gedanke: Wie würde ich auf einen Menschen reagieren, wenn ich sichtbar neben dieser Person Jesus sitzen oder stehen sehen würde? Ich bin mir ganz sicher – ich würde anders handeln.

Jesus, ist das größte Vorbild, das wir haben. Er hat sich Menschen zugewendet, die am Rand standen, übersehen wurden oder als „unwichtig“ galten.  Auffällig ist dabei nicht nur dass er geholfen hat, sondern wie. Er hat Menschen oft zuerst gesehen, bevor er etwas für sie getan hat.

 

Und oft wirkt es fast so, als würde Jesus bewusst die Menschen aufsuchen, an denen andere vorbeigingen: Kranke, Arme, Witwen, Kinder, Menschen mit schlechtem Ruf, Ausgegrenzte. Dabei ist interessant: Er hat nicht immer nur materiell geholfen. Er hat Menschen berührt, mit ihnen gegessen, mit ihnen gesprochen, sie angesprochen, sie gefragt: „Was möchtest du, dass ich dir tun soll?“ Das gibt Würde zurück.

 

Mein Song soll aber nicht nur herausfordern. Er soll Hoffnung machen – für Menschen, die arm sind und hungern, die weinen, verachtet, verspottet oder übersehen werden. Denn Gott übersieht niemanden. Vor ihm geht nichts verloren. Und jeder Mensch ist gesehen.

Denn was bleibt, wenn alles Irdische vergeht, ist nicht das, was wir besessen haben, sondern das, was vor Gott Bestand hat.

 

Liebe.

Barmherzigkeit.

Demut.

Und ein Herz, das den Geringen nicht vergisst.​​​

Der Song basiert auf folgenden Bibelversen (MENG 1939). Einige wurden direkt übernommen, andere sinngemäß verarbeitet oder als inhaltliche Grundlage genutzt.

​​​

➡️ Lukas 16,19-26

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber namens Lazarus lag vor seiner Türhalle; der war mit Geschwüren bedeckt und hatte nur den Wunsch, sich von den Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen; aber (oder: ja) es kamen sogar die Hunde herbei und beleckten seine Geschwüre. Nun begab es sich, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß (= an die Brust Abrahams) getragen wurde; auch der Reiche starb und wurde begraben. Als dieser nun im Totenreich, wo er Qualen litt, seine Augen aufschlug, erblickte er Abraham in der Ferne und Lazarus in seinem Schoß (= an seiner Brust). Da rief er mit lauter Stimme: „Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle! Denn ich leide Qualen in dieser Feuerglut.“ Aber Abraham antwortete: „Mein Sohn, denke daran, dass du dein Gutes während deines Erdenlebens empfangen hast, und Lazarus gleicherweise das Üble; jetzt aber wird er hier getröstet, während du Qualen leiden musst. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können und man auch von dort nicht zu uns herüberkommen kann.“

 

➡️ 1. Samuel 16,7

Denn die Menschen sehen nach den Augen (oder: in die Augen = auf das Äußere), der HERR aber sieht nach dem Herzen (oder: ins Herz).

 

➡️ Matthäus 6,19-21

Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motten und Rost (oder: Wurmfraß) sie vernichten und wo Diebe einbrechen und stehlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost (oder: Wurmfraß) sie vernichten und wo keine Diebe einbrechen und stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

 

➡️ Markus 8,36-37

Denn was hülfe es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und doch sein Leben einbüßte? Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert (= Entgelt oder: Lösegeld) für sein Leben geben?

 

➡️ 1. Korinther 1,27-28

Nein, was der Welt als töricht (= ungebildet) gilt, das hat Gott erwählt, um die Weisen (= Gelehrten) zu beschämen; und was der Welt als schwach gilt, das hat Gott erwählt, um das Starke zu beschämen; und was der Welt als niedrig und verächtlich (oder: bedeutungslos) gilt, das hat Gott erwählt, ja das, was der Welt nichts gilt, um das, was ihr etwas gilt, zunichte zu machen.

 

➡️ Lukas 6,20-23

Da richtete er seine Augen auf seine Jünger und sagte: „Selig seid ihr Armen, denn euer Teil ist das Reich Gottes! Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden! Selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen! Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen und wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausschließen und euch schmähen und euren Namen als ein Schimpfwort verwerfen um des Menschensohnes willen! Freuet euch alsdann und jubelt! Denn wisset wohl: euer Lohn ist groß im Himmel. Ihre Väter haben ja an den Propheten ebenso gehandelt.“

Lyrics

 

The gate creaked and its owner stepped out
His fine purple linen robe fluttering gently in the wind
Feeling uneasy, he didn’t allow his gaze to fall to the ground
To the man lying beside his gate

Accompanied by dogs licking his sores

In severe suffering day by day

Pain and hunger, loneliness and shame

He didn’t know how deeply this poor man longed

To eat the crumbs that fell from his table

And he didn’t know either that God called this beggar by name

Lazarus, God is my helper

Yet without giving him any further attention he walked away

Unnoticed by people but noticed by God

This poor man died at his gate

Finding himself surrounded by angels
As they carried him into Abraham’s arms

One day he also died

In hell he lifted up his eyes

And saw Abraham with Lazarus far off

Tormented by flames he called out

Abraham, have mercy on me

Send Lazarus with water to cool my tongue

Son, you had your good things in life

Lazarus his bad

Now comfort is his, anguish is yours
And so a great chasm stands between us
No one can cross over

 

People look at the outward appearance

But God looks at the heart

And what people praise

He doesn’t always call right

 

He had everything except his soul

But what do you really gain if the world costs your soul

Oh no, believe me

The world isn’t worth your soul

 

So don’t store up treasures on earth

But store up treasures in heaven everlasting

For where your treasure is your heart will be also

 

God chose the lowly things of this world

The things despised as if they don’t exist

To bring to nothing

What people lift up so high

 

He had everything but lost his soul

Tell me, what do you gain if you lose your soul

Oh just believe me

Nothing in this world is worth your soul

 

So don’t store up treasures on earth

But store up treasures in heaven everlasting

For where your treasure is your heart will be also

 

Blessed are you

Who are poor and hunger

Who cry and are despised

Who are mocked and hated by people

For the kingdom of God is yours

And you will leap for joy and rejoice

 

Unnoticed by people

Noticed by God

You are crowned with dignity

And called by name

 

Don’t store up treasures on earth

But store up treasures in heaven everlasting

For where your treasure is your heart will be also

 

He had everything but finally lost his soul

Please don’t let it happen to lose your precious soul

Oh no, believe me

Just believe me

Never ever will the world be worth your soul

Unnoticed By People, Noticed By God

Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026

Songwriter: Ilona Lamprecht

Gesang & Instrumente: AI

Prompts & kreative Steuerung: Ilona Lamprecht

Produzentin: Ilona Lamprecht

© 2026 SoulFire Adoration

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